Auf den Spuren von Prinz Eugen
Vom Dreißigjährigen Krieg über die Türkenbelagerung bis zu Prinz Eugen
Einige der schönsten Schlösser und Palais in Österreich die Sie besuchen können, stammen von Prinz Eugen von Savoyen. (Das Belvedere in Wien, das Stadtpalais in der Himmelpfortgasse in der Innenstadt und Schloss Hof im Marchfeld in Niederösterreich. Prinz Eugen war einer der bedeutendsten Feldherrn des österreichischen Kaiserreiches. Zu seiner Zeit hatte das Reich der Habsburger seine größte Ausdehnung.
Der historische Hintergrund
Die europäische Geschichte des 17. Jahrhunderts ist durch zwei große Konflikte gekennzeichnet: Durch den Dreißigjährigen Krieg, der Auseinandersetzung zwischen protestantischen und katholischen Mächten (1618-1648), die fast alle Länder des Kontinents in Mitleidenschaft zog und durch den immer wieder aufflammenden Kampf gegen die Osmanen.
Bei der Türkenbelagerung 1683, als das türkisches Heer unter dem Großwezir Kara Mustapha bis vor Wien zog, bedeutete die Bedrohung der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Wien eine Gefahr für ganz Mitteleuropa.
Der Entsatz Wiens im September 1683 bedeutete die Wende und den Anfang der Zurückdrängung der Türken. Im Frieden von Karlowitz 1699, der die Entscheidungsschlacht bei Zenta an der Theiß 1697 folgte, konnte der Großteil Ungarns und ganz Siebenbürgen wiedergewonnen werden.
Bild: Prinz Eugen
Diese Erfolge waren dem militärischen Genie und diplomatischen Geschick des Prinzen Eugen von Savoyen (1663 - 1736) zu verdanken, dessen Wirken den Grund zur Großmachtstellung Österreichs legte.
Prinz Eugen Ausstellung - Heeresgeschichtliches Museum
Auf den Spuren von Prinz Eugen sollten Sie daher nicht nur seine Schlösser und Palais in Wien besuchen, sondern sich auch die Prinz Eugen Ausstellung im Heeresgeschichtlichen Museum anschauen. Sie sehen dort beeindruckende Zeugnisse seines Lebens und seiner Epoche. Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien ist das älteste Museum in Wien und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Belvedere.
Dreißigjähriger Krieg
Die Ausstellung zeigt die Bewaffnung und Ausrüstung des kaiserlichen Heeres vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. Sie sehen die großen Schlachtengemälde des Niederländers Peeter Snayers, die der kaiserliche Feldmarschall Octavio Fürst Piccolomini in Auftrag gegeben hat. Es sind die Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges, die außer den militärischen eine Fülle von kulturgeschichtlichen Einzelheiten bieten. Zu sehen sind auch Musketen und Piken des 17. Jahrhunderts. Diese Waffen sind auch freistehend ausgestellt. Zwei große Figurinenvitrinen zeigen, wie die kaiserlichen Fußtruppen und die Reiterei ausgerüstet waren. Auch Wallenstein ist ein eigenes Kapitel gewidmet.
Bild: Heeresgeschichtliches Museum, Rüstungen, Dreißigjähriger Krieg
Türkenbelagerung
Hier sehen Sie: Waffen, Fahnen, Kleidungsstücke und Gemälde aus der Zeit der Türkenkriege. Die große Mittelvitrine zeigt osmanische Waffen, Kopfbedeckungen und Rangabzeichen (Rossschweife). Auf ihrer Rückseite ist in einem Monumentalgemälde eines unbekannten Meisters die Entsatzschlacht von Wien (12. September 1683) dargestellt. Ein türkischer Zelt bildet die Kulisse für türkische Gewehre. Als Haupttrophäe der Schlacht bei Zenta (1697) ist das Siegel des Sultans Mustapha II. zu sehen.
Prinz Eugen
Ein Teil der Ausstellung ist dem Andenken des Prinzen Eugen von Savoyen gewidmet. Dieser Teil der Ausstellung wird eingeleitet mit zwei Standartenvitrinen (rechts die rote Standarte des Dragonerregiments Prinz Eugen von Savoyen Nr. 13). Sie sehen dessen Altersbildnis von Jan Kupezky, sowie das Bahrtuch und die Trauerdekoration, die bei einer der feierlichen Requiemmessen für Prinz Eugen verwendet wurden, zusammen mit einem von ihm getragenen Brustharnisch und einem Marschallstab. Daneben zeigt ein Ölgemälde Prinz Eugen mit den verliehenen Ehrengeschenken von Papst Clemens XI. Kleidungsstücke von Prinz Eugen sind in der Mittelvitrine. Ebenso sind die großen Bildnisse der Kaiser Leopold I. und Carl VI. zu sehen.